

funktion des passivhauses
eigentlich ist das passivhaus auch kein novum, sondern entspricht im wesentlichen dem altbekannten bauernhaus - aber - ist auf den neuesten technischen stand gebracht.
dies wird unter dem aspekt möglich dass ein haus überhaupt nur insoweit auskühlt, wie es wärme an die umgebung verliert. dieser wärmeverlust wird im passivhaus so stark verringert, dass allein die immer vorhandene gratiswärme (körperwärme und elektrischer haushaltsstrom), die wärmerückgewinnung und die passiv solare energieeinstrahlung genügend wärme nachliefert.
ist ein haus zum beispiel mittelmässig gedämmt und weist schlechte speicherfähigkeit aus wird während eines strahlungsreichen tages ein südorientiertes zimmer mit grossen fenstern zwar schön warm – aber schon am abend ist die wirkung verpufft, weil die wärme den raum zu schnell verlässt.
erst durch sehr guten wärmeschutz und speicherfähigkeit wird passive solarenergienutzung richtig wirksam. Sind die verluste so weit reduziert, dass auch spärliche sonneneinstrahlungen im dezember und januar zum erwärmen ausreichen, ist das passivhaus möglich.
Aus diesem grunde ist die heizganglinie (heizperiode) im gegensatz zu einem „normalgebäude“ (4-6 Monate) im jahr nur cirka ein bis zwei monate. natürlich sind für diese geringen energiemengen entsprechende architektonische, bauphysikalische und material-technische eigenschaften zu erfüllen. diese konzept „verlustminimiert“ und „gewinnmaximiert“ ist in vergangenheit oft als gegensatz gesehen worden.
in wirklichkeit ergänzen sich aber diese beiden ansätze durch die modernen einsetzbare baumaterialien optimal im passivhaus. dass dies auch in unseren breitengraden funktioniert, zeigt die computergestützte simulation sowie die ausgiebig gewonnenen erfahrungen bereits ausgeführten passivhäuser in deutschland und vorarlberg welche von ihren bewohnern durchwegs als positiv gewertet werden. dies wurde auch an der 4. passivhaustagung in kassel durch mehrere passivhausbewohner während des podiumsgespräch bestätigt.
aus verschiedenen gründen preist sich das passivhaus als intelligenter baustandart der zukunft an. so werden die gestehungskosten nicht in kurzlebige installationstechniken investiert, sondern in die langlebigere bausubstanz, respektive die wärmedämmung. das damit auch eine amortisation (4 x länger) wesentlich verbessert wird ist offensichtlich.
um die hohen qualitätsansprüche bezüglich ausführung garantieren zu können, werden vorzugsweise vorfabrikationen gewählt. dies begünstigt im weiteren nicht nur die die bauzeit (ca. 4 monate) sondern auch die baukosten. zu den praktisch verleichbaren gestehungskosten eines passivhauses (ca. 5% teurer) zum normalgebäude ergeben sich aber vorallem für die unterhaltskosten marginale einsparungen. damit erhält der basitzer weitgehenst autonomie bezüglich den schwindenden energieressourcen
.weiter erhält das passivhaus durch die materialisierung, die reduzierten technischen einrichtungen sowie die verschieden temperaturzonierungen über weitere bereiche der architekturdisziplinen sehr gute eigenschaften. zwar sind passivhäuser infolge der zuzulassenden grösseren raumtemperaturspreizungen der passivsolaren nutzung nicht wie vielfach in den medien angepriesen wird, ganz normale gebäude aber im vergleich mit den vor- und nachteilen aber durchaus gleichwertig. durch die vorzügliche wärmedämmung und der damit verbundenen hohen oberflächentemperaturen der bauteile ergibt sich eine besonders hevorragende raumbehaglichkeit.
ganz allgemein kann mit den notwendigen anstrengungen die lebensqualität respektive die behaglichkeit in solchen gebäude sowie die werterhaltung wesentlich gesteigert werden. vorallem gilt dies auch aus ökologischen und baubiologischen aspekten wenn entsprechende materialisierungen im holzelementbau mit möglichst unbehandelten und unverleimten holzbauteilen oder ganz allgemein mit natürlichen baustoffen ausgeführt werden kann.
die wichtisten fragen und antworten
kann ein haus tatsächlich ohne
heizung funktionieren?
die bereits bewohnten und auch gemessenen passivhäuser beweisen es
eindeutig: auch in unserem Klima ist es möglich, häuser mit einem derartig
geringen heizwärmebedarf zu bauen, dass eine minimale zulufterwärmung
ausreicht, um das haus auch im winter behaglich warm zu halten. die
messergebnisse aus den passivhaus-siedlungen beweisen, dass der
heizwärmebedarf schon im voraus genau berechnet werden kann und dass auch
bei den unterschiedlichsten nutzern der berechnete bedarf im mittel
bestätigt wird.
sind passivhäuser nicht zu teuer?
das passivhaus zeichnet sich durch die langlebige bausubstanz und die
wärmedämmung, lies „energieeinsparung“, aus. intelligent und
zukunftsorientiert ist dies zweifelsohne, doch die baubiologische und
ökologische bauweise verlangt nach baustoffen von hoher qualität. da mehr
dämmmaterial benötigt wird, sind die baukosten eines passivhauses circa 5%
höher als die eines vergleichbaren normalgebäudes. beachtet man jedoch die
unterhaltskosten und das fehlen technischer gerätschaften, so ist der
mehraufwand innert kürzester zeit amortisiert.
darf man im passivhaus die fenster
öffnen?
natürlich dürfen die bewohner jederzeit die fenster öffnen, sie müssen es
aber nicht, denn im passivhaus kommt immer ausreichend frischluft über die
lüftungsanlage. das hat viele vorteile: dank der feinfilter bleiben
schmutz und pollen draußen – anders als bei der fensterlüftung. auch wenn
die bewohner nicht zu hause oder diefFenster über nacht geschlossen sind -
die luftqualität im haus ist immer hervorragend. im winter sollten
allerdings die fenster nicht über längere zeit offen stehen, denn das
führt - wie bei allen häusern - dazu, dass die raumlufttemperatur spürbar
abkühlt und der heizwärmeverbrauch ansteigt.
häufig gibt es bedenken wegen der
lüftungsanlage: wie steht es mit bakterien, geräuschen und spürbarem
luftzug?
die lüftungsanlage im passivhaus ist eine frischluftanlage und keine
klimaanlage mit umluftbetrieb, nur in letzterer können - bei schlechter
wartung - probleme mit keimen entstehen. geräusche durch ventilatoren und
an den luftventilen werden durch schalldämpfer fast vollständig
absorbiert. die frischluft wird über weitwurfdüsen so in den raum
eingeworfen, dass sie zunächst an der decke entlangstreicht und dann den
raum gleichmäßig und mit nicht wahrnehmbarer geschwindigkeit durchströmt.
ist das passivhaus nicht ein
kompliziertes hightech-haus?
nein, das passivhaus ist ein sehr gutmütiges und einfach zu
bedienendes haus. die komfortlüftung hat weniger schaltknöpfe als ein
normaler fernseher! das passivhaus bietet technik zum anfassen: so kann
der jährliche flterwechsel von den bewohnern selbst durchgeführt werden,
hierfür muss kein handwerker geholt werden.